Mobbing in der Schule
Alles fing an im zweiten Semester der 7. Klasse. Alle meine Schulkameraden wussten, dass ich bezeugende Christin bin und ich für sein Reich alles geben würde. Immer wieder wollte ich andere mit dem Glauben bekannt machen, investierte mich, mit ihnen Zeit zu verbringen und ihr Leben zu prägen. Meine damals beste Freundin und ich luden zwei Kolleginnen ein, ein Bibelnachmittag mit uns zu verbringen. Leider rutschte ihnen das in den falschen Hals und das Mobben begann.
Meine beste Freundin wurde verschont, da sie eher ein passiver und verschlossener Mensch ist. Da ich aber sehr verletzlich war, und das auch alle wussten, wurde dies ausgenutzt. Ständig wurden mir verachtende Worte zugeworfen und alle meine engen Freunde in der Klasse liessen mich hängen, verrieten mich und hielten dem Gruppendruck nicht stand. In der Jugendgruppe erzählte ich meine Sorgen, meine Verletzungen und fühlte mich verstanden. Jedoch war ein Mitglied unserer Kleingruppe in meiner Klasse und erzählte allen anderen die vertraulichen Sorgen. Somit nahmen die Dinge ihren Lauf. Als ich einmal mit meiner Lehrerin in den Keller musste, um Bücher zu holen, wurde mir meine Agenda aus der Schultasche gestohlen und als ich zurück kam, sah ich was das Ergebnis war. Auf einer der letzten Seiten hatten sie einen Teufel gemalt, oben Himmel und unten Hölle hingeschrieben, wobei Himmel durchgestrichen war. Wissend, das dies der Punkt ist wo sie mich am meisten verletzten konnten, hatten sie Spass zu sehen, wie ich in Tränen ausbrach. Das ging jeden Tag so weiter. Nicht nur meine Klasse mobbte mich, sondern auch viele andere im Schulhaus. Jeden Tag kam ich weinend nach Hause, fühlte mich nicht wohl in meiner Klasse, meine Noten sanken in den Keller und eigentlich wollte ich gar nicht mehr zur Schule. Als meine Eltern das Gespräch mit meinen Klassenlehrern suchten, war für mich eigentlich klar, das ich diese Leute am liebsten nie mehr wieder sehen wollte. Auch auf die Klassenlehrer war ich sauer, da diese sahen, was los war und trotzdem nichts dagegen unternahmen.
Meine Eltern und meine Lehrer entschieden, dass es das Beste sein würde, wenn ich das Schulhaus wechsle. Einverstanden mit dieser Entscheidung, wechselte ich auf die 8.Klasse das Schulhaus. Froh darüber, dass ich in dieser Klasse eine Freundin haben würde, von der ich wusste, dass sie immer hinter mir stehen wird. Alle in der neuen Klasse wussten, wieso ich zu ihnen kam, sprachen dies immer wieder an und einige wenige mobbten mich deswegen oder zogen mich mit dummen Sprüchen über Jesus auf. Als wir dann einmal Sporttag hatten, an dem sowohl das unsere als auch mein altes Schulhaus beteiligt waren, fing die ganze Geschichte von vorne an. Ich wurde im Basketball ständig gefoult, mit vernichtenden Blicken betrachtet oder mit gemeinen Worten aufgezogen. Somit konnte sie mir sogar den Spass an meinem Lieblingssport verderben und ich hockte nur noch draussen und weinte.
Ich merkte selber, dass ich es alleine nicht schaffen würde, den Leuten zu vergeben und ihnen zu begegnen ohne dass ich in Tränen ausbrechen würde. Ich ging ca. ein Jahr lang zu einem Seelsorger, um alles aufzuarbeiten und fähig zu werden meinen ehemaligen Freunden zu vergeben. Glücklicherweise kam ich auch zu diesem Punkt, an dem ich wirklich sagen konnte, dass ich jedem einzelnen vergab. Ich konnte ihnen wieder unter die Augen treten und habe mit ein paar Personen heute wieder ein wenig Kontakt. Es freute mich auch sehr, dass eine Mittäterin ca. zwei Jahre nach der Tat auf mich zukam sich entschuldigte und mich um Vergebung bat! Wow, ich staunte nicht schlecht!
Mit Gottes Hilfe war ich fähig, denn Mitschülern zu vergeben. Immer wieder durfte ich erfahren das Jesaja 40, 29-31 auch für mich Realität ist.
„Er gibt den Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fallen, aber die auf den Herrn harren kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass die wandeln und nicht müde werden.“
Immer wieder durfte ich erfahren, wie mir Jesus neue Kraft gab, wie ich durch ihn das Licht am Ende des Tunnels sah und wie ich durch seine Liebe freigesetzt wurde, den Menschen zu vergeben, die seinen Namen in den Dreck gezogen haben.
Jesaja 59, 1: „ Siehe des Herrn Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könne, und seine Ohren sind nicht hart geworden, dass er nicht höre.“
Amen, er hat mich erhört, hat mir Kraft gegeben und hat mich durch die schwere Zeit auf seinen Händen getragen.
Sara Langenegger (19)

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